Warum ist es so wichtig zu testen, ob das Neugeborene hört?
Liebe Eltern,
sicher ist es auch für Sie ganz wichtig zu wissen, ob Ihr Kind gesund ist. Daher werden in den ersten Tagen im Krankenhaus viele Untersuchungen bei den Neugeborenen durchgeführt. Ob Ihr Kind hört oder nicht, wird zur Zeit noch nicht routinemäßig mit einer objektivierbaren Methode getestet.
Dabei treten Schwerhörigkeiten im Neugeborenenalter bei 1 – 2 pro 1.000 Geburten auf. Bei Babys, die in irgendeiner Weise Risikokinder sind, wie Frühgeburten oder bei geringen Geburtsgewicht, haben sogar das 20-40-fache Risiko.
Neuerdings gibt es eine sehr einfache und verläßliche Methode, um bereits im Neugeborenenalter festzustellen, ob Ihr Kind hört oder nicht. Dieses Verfahren, die Messung von sogenannten otoakustischen Emissionen (OAE), kann ohne jede Nebenwirkung während der ersten Lebenswochen durchgeführt werden. In einigen Ländern ist diese Untersuchung zum Wohle der Kinder schon Standard. OAE-Untersuchungen gehören in Deutschland noch nicht zum Bestandteil der gesetzlich vorgesehenen Früherkennungs-Untersuchungen im Kindesalter.
Bei der Untersuchung wird dem Kind ein leises Geräusch über eine Sonde angeboten, und die Antwortsignale des Hörapparates auf diesen Reiz werden über ein sehr kleines und empfindliches Mikrophon gemessen. Diese Technik ist völlig schmerz- und streßfrei für Ihr Kind und dauert in der Regel nur wenige Sekunden.
Man weiß heutzutage, daß im Falle einer Schwerhörigkeit der Beginn einer Therapie im ersten Lebensjahr entscheidend ist, um einem hörbeeinträchtigten Kind eine nahezu normale Sprachentwicklung zu ermöglichen. Davon hängt sowohl die emotionale und soziale Reifung, als auch die spätere Schul- und Berufslaufbahn des betroffenen Kindes ab. Ohne diese Untersuchung wird eine Hörbeeinträchtigung in der Regel in Deutschland erst im 3. Lebensjahr – mit ca. 31 Monaten- entdeckt und somit zu spät.
Im Rahmen eines Modellprojektes können Sie Ihr Kind im Großraum Hannover in den meisten Geburtskliniken während der ersten Lebenstage oder bei Hausgeburten von qualifizierten Hals-Nasen-Ohren-(HNO) Ärzten mittels OAE untersuchen lassen. Das Projekt wird wissenschaftlich durch die Medizinische Hochschule Hannover begleitet und über das Bundesministerium für Gesundheit, die Spitzenverbände aller gesetzlichen Krankenkassen sowie über die gesetzlichen Krankenkassen Niedersachsens finanziert.
Aufgrund der dargelegten Problematik bitten wir Sie, zum Wohle Ihres Kindes, diese absolut ungefährliche, für die Eltern kostenlose und sehr wichtige Untersuchung in Ihrer Geburtsklinik, beziehungsweise bei Hausgeburten bei einem der aufgeführten Hals-Nasen-Ohren-(HNO) Praxen, durchführen zu lassen.